Diese Seite. Grüezi am Wiriehorn Jung und Alt Schröcken 2009 Flumserberg

19.6 - 21.6.2009 - Grüezi am Wiriehorn (CH).

Beachtet den Link zur IG-Nurflügel. Dort findet Ihr sehr interessante Auslegungen und Informationen der verschiedensten Nuris.


 


Freitag.
Der Wetterbericht prophezeit nichts Gutes. Mit der Absicht heute doch noch etwas zu Fliegen erfolgt am Freitag frühzeitig die Anreise. Je näher wir uns dem Ziel nähern,  regnet es immer stärker. Um 14 Uhr angekommen begrüßen wir die ersten Nurflügelfreunde im Gasthof Nüegg. Da es Bindfäden regnet, wird es heute leider nichts mehr mit dem Fliegen. Auch nicht so schlimm. Der Wirt verspricht uns für das Wochenende schönes Wetter. Wir beziehen die Unterkunft und ruhen uns gleich ein bisschen aus.

In der Gasstube werden gleich mal die mitgebrachten Flieger ausgepackt und bieten gleich Diskussionsgrundlage für den Erfahrungsaustausch. Dann noch ein Notebook dazu mit einem Flugsimulator und schon ist der Abend gerettet. So einfach sind wir Modellbauer zufrieden zu stellen. Bis zum Abendessen vergeht dann rasch die Zeit. Dieses ist dann der krönende Abschluss für den ersten Tag. Bis spät in die Nacht werden Fachgespräche geführt, bzw. für den morgigen Tag schönes Wetter beschworen. Die Nacht ruhen wir sanft in der Unterkunft und sind schon gespannt auf den nächsten Morgen.

Der morgendliche Blick aus dem Fenster bestätigt uns die Wettervorhersage vom Wirt. Der Regen ist verschwunden und teilweise ist schon blauer Himmel sichtbar. Nach einem ausgiebigen Frühstück erfolgt der Aufstieg zum Hang. Die Modell werden ausgepackt und es wird geflogen. Hier erweist sich der Gritter gleich als Thermiksegler und ist immer in der obersten Etage zu finden.

Danach kommt der Samstag.
Eugen ist der Initiator der Treffen und mag eher die schnelleren Profile für die Nuris. Er hat gleich mehrere Shark mit verschiedenen Spannweiten  dabei. Aber alle mit der gleichen schwulen pinken Farbe (so seine Bezeichnung für die Farbe). Der größte Shark misst hierbei an die 3 Meter und hat 4 Klappen. Mit diesen Modellen  absolviert er heute zahlreiche flotte Flüge. Der Start erfolgt mittels Gummiseil, bei dem bis zu 100 Meter Ausgangshöhe erreicht werden.

Auch Bernd ist in seinem Element. Warm angezogen, die Nase im Hangwind, eine Hand in der Hosentasche, die zweite Hand am Steuerknüppel und das Modell in der Luft. So macht das Modellfliegen Spaß. Und hiervon haben wir heute ausgiebig davon. Auch sein Gritter kommt heute zum Einsatz. Bei den ersten Flügen will dieser nicht steigen. Nachdem etwas Ballast aus der Nase  herausgenommen wurde zeigt das Modell jedoch was in ihm steckt. Gegen Mittag kehren wir in die nahegelegene Almwirtschaft ein und stärken uns mit frisch gebackenen Nussgipfel, Kaffee oder anderen heimischen Getränken.

Thomas fliegt nun schon mehrere Jahre den Tabu. Doch immer wieder kommt es vor, das der Tabu nicht dahin fliegen will, wo Thomas dies möchte. Und so stellt sich auch heute eine 15 Meter hohe Tanne in die Flugbahn vom Tabu und hält den Nuri auf. Dieser hält sich dann auch gleich noch mit den Winglets am Baum fest. Die Tanne steht am steilen Berghang und sieht gefährlich hoch aus. Michael, von Beruf Dachdecker kennt hier keine Scheu. In Windeseile ist er auf dem Baum und befreit den Flieger aus der Gefangenschaft. Da dies an diesem Tag nochmals vorkommt kann Michael kostenlos am Abend Essen und Trinken. Ehrlich gesagt, von uns hätte da keiner den Schneid gehabt auf diese Bäume zu steigen.

Gemäß dem Spruch, wer den Schaden hat brauch für den Spot nicht zu sorgen wird diese Aktion natürlich von allen Seite mit dem Foto festgehalten. Es wäre ja langweilig wenn wir solche Momente auf unsere HP nicht hätten. Dafür hat Thomas an den 2 Tagen sicherlich die meisten Flüge absolviert und war die längste Zeit in der Luft.

Toni startet seinen Ximango von Robert Schweißgut. Schon in der Ebene auf unserem Modellflugplatz hat er zahlreiche ausgiebige Flüge vollzogen. Hier in den Bergen geht dies natürlich noch viel besser. Auch er hat einen Elektromotor eingebaut. Vor einigen Jahre wurde man dafür gerügt. In den Bergen bietet dies doch ein wenig Sicherheit. Bei der Suche nach Thermik ist man da doch etwas mutiger und erzielt da natürlich größere Erfolge.

Und dann war es Sonntag.
Gerd hat über den Winter 2 Modelle vom Typ SZD - 6 Nietoperetz gebaut. Schon am Anreisetag weckten die 2 Modelle reges Interesse bei den Anwesenden. Da war natürlich jeder gespannt auf den Erstflug der Fledermaus, welcher Gerd angekündigt hat.

Das Original wurde von 1951 von Wladislaw Nowakowski und Justin Sandauer entworfen. Er war als Mitteldecker mit  fest am Rumpf angebrachten, nach vorne gepfeilten Innenflügeln und zurückgepfeilten Außenflügeln in Holzbauweise ausgelegt. So eine Beschreibung im Internet.

Beim Modell wurden die Tragflächenprofile von Dr. Quabeck gerechnet und Gerd hat den Bau mit Modellbaumaterialien umgesetzt. Eine tolle Leistung Gerd.

Und dann war es soweit. Der Gummi ist gespannt, der Pilot ist bereit und das Modell wird hinausgeschossen. Im Aufwind gewinnt die SZD - 6 Höhe. Die Flügelform sieht in der Luft beeindruckend aus und erinnert wahrlich an eine Fledermaus.

Nach einigen Minuten schwebt das Modell zu Landung herein liegt wieder heil am Boden. Der Erbauer und der Pilot ist sichtlich erleichtert und atmen auf. Klar, nach soviel Arbeit und investierter Zeit ist man froh das gebaute Werk wieder sicher am Boden zu sehen.

Michael mit seinem Horten zeigt uns an beiden Tagen was "Leistung pur" mit einfachsten Mitteln bedeutet. Er ist immer in der obersten Etage zu finden und fliegt bis der Senderakku leer ist. Sein Modell ist, gemäß der sogenannten "Glockenverteilung" in mehreren Segmenten aus Styropor geschnitten und anschließen mit Paketband beklebt. Urs hat wieder sein "Luusmeitli" dabei. Mit dem Gummi erreicht das Modell eine enorme Höhe und ist pfeilschnell, wie ein Pfeil eben ist.

Über die Nacht hat über 2000 Meter Höhe geschneit. Das musste natürlich mit einem Foto festgehalten werden. Wir haben Ende Juni. Und da ist dies doch recht selten. Genau in der Mitte Foto hat sich noch der Pfleil von Toni versteckt und passt sich recht gut der Umgebung an. Stefan hat sein großes Delta mit dabei. Mit einer gigantischen Tragfläche, gepaart mit den geringen Gewicht sind tolle Flugleistungen möglich. Dies beweist uns Stefan mit ausgiebigen Thermikflügen.

Alle Varianten von Nuris sind vertreten. Deltas, Pfeile, Bretter - die Hauptsache ohne Rumpf und Leitwerk. Sei es in Styropor geschnitten und mit Paketband beklebt. In Kohlefaser gefertigt oder in herkömmlicher Holzbauweise. Alles fliegt heute. Auch der Gritter von Toni, welcher vor einigen Stunden nachgebügelt wurde um den Verzug zu korrigieren. Der Gritter ist in der Luft, jedoch noch etwas kopflastig. Durch die Vibration vom Motor verliert das Modell die Haube. Dies in größerer Entfernung und wird auch nicht wieder gefunden. Hier müssen wir noch Abhilfe schaffen. Bei meinem Gritter bricht nach den vielen Landungen der Motorspant heraus. Auch hier muss nachgearbeitet werden.

Gegen 15 Uhr wird noch das obligatorische Gruppenfoto geschossen. Um die 20 Nuris auf einem Bild. Das sieht man auch nicht jeden Tag.

Beim Kehraus in der benachbarten Almhütte lassen wir den Sonntag ausklingen. Wir fahren nach Hause und kehren wohl erholt in den Alltag zurück.

Es war ein wunderschönes Wochenende am Wiriehorn. Gutes Essen, eine saubere Unterkunft und trotz der kritischen Wetterlage ein passables Flugwetter. An dieser Stelle, vor Allem ein großes Dankeschön an Eugen, den Initiator und Organisator von diesem Treffen. Wir freuen uns schon auf den nächsten Termin.

Die Modellbaugruppe Radolfzell, vertreten durch Toni, Gerhard, Bernd und Thomas.

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Gerhard Kenner